Der Kriechende Günsel

L.

Ajuga reptans

Ajuga reptansObwohl der Kriechende Günsel auf Wiesen und in lichten Wäldern Europas heimisch und weitverbreitet ist (in Nordamerika ist er inzwischen eingebürgert), wird er zunehmend in Gärten als Zierpflanze angebaut. Diese Beliebtheit verdankt er einerseits seiner hübschen und üppig blauen Blütentracht im Mai, andererseits seiner bodendeckenden, krautigen und immergrünen Wuchsform.
Aus der Mitte einer ausdauernden Blattrosette aus eiförmig-spateligen und oberseits glänzenden Laubblättern, strebt ein 4-kantiger Stängel ca. 10 cm bis maximal 30 cm empor. An ihm erkennen wir die kreuzgegenständige Anordnung der Laubblätter, deren Abstände sich zum Blütenstand hin immer mehr verkürzen, während die Blattpaare immer zierlicher werden und im oberen Bereich bläulich bis purpur gefärbt sind. Aus den Achseln der oberen Blattpaare des Stängels ragen aus kleinen, 5-zipfligen, grünen Kelchen die blauen, 2-seitig-symmetrischen Lippenblüten, deren Oberlippen kaum ausgebildet sind (vergleich mit Salvia pratensis L.) und auf deren Unterlippen die deutlichen blauen Maserungen, die Saftmale, den Weg zum Nektar weisen. Nach der Befruchtung der Blüten, vor allem durch Hummeln und andere langrüsselige Insekten, bilden sich in den Kelchen nun die für Lippenblütengewächse typischen 4-teiligen Klausenfrüchte.
Außer den aufrecht nach oben strebenden Blütensprossen treiben aus den Blattrosetten auch oberirdisch waagerecht kriechende, beblätterte Ausläufer, die sich an ihren Nodien bewurzeln und dort wiederum eine Blattrosette bilden. So breitet sich die Pflanze kriechend und vegetativ vermehrend flächig aus und bedeckt den Boden mit ihren Blattrosetten und zur Blütezeit bilden diese große blaue Polster.

Ajuga reptansAjuga reptans

Der Kriechende Günsel wird auch in der Volksmedizin schon seit langer Zeit als Tee gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum und im Magen geschätzt. Hierzu werden die getrockneten Blütensprossen verwendet. Frische Sprossspitzen können in der Küche den Frühlings-Salatteller bereichern und wirken anregend auf den Stoffwechsel.

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