Die Ringelblume

Calendula officinalisL.

Calendula officinalis

Die Ringelblume dürfte wohl diejenige der Compositenblumen sein, die am intensivsten strahlt und leuchtet, als wollte sie das Licht der Sonne selbst wiederspiegeln. Das haben auch unsere Vorfahren beim Anblick dieser Blume in ihren Bauern- und Heilkräutergärten empfunden und gaben ihr lichtvolle Namen wie Sonnenwirbel, Sonnenbraut, Goldblume, Mariengold.
Den Weg aus dem Mittelmeergebiet in unsere Klostergärten fand sie vermutlich schon im frühen Mittelalter. Zunächst wurde sie als Heilpflanze kultiviert und gezüchtet. Sie verwildert gelegentlich aus der Kultur, kann sich aber in unseren Breiten ohne die menschliche Obhut nicht dauerhaft halten (Adventivpflanzen).

Die krautige Pflanze ist einjährig. Der aufrechte und verästelte Stängel wird etwa 70 cm hoch und trägt wechselständig angeordnet die ungestielten, lanzettlichen Blätter. Stängel und Blätter sind filzig und drüsig behaart, dadurch fühlen sie sich leicht klebrig an. Die Hüllblätter um die Blütenkörbchen sind ebenso wie die Blätter drüsig behaart und an ihren Spitzen oft rot gefärbt.
RingelblumeIm Körbchen finden wir zweierlei Blütentypen: Innen die scheinbar zwittrigen Röhrenblüten, deren Pollen befruchtungsfähig sind, während die weiblichen Organe funktionslos bleiben. Die Randblüten des Körbchens mit ihren ca. 1 cm langen Zungen (Zungenblüten) sind weiblich und fruchtbar. Sie erblühen und sind empfängnisbereit bevor die Röhrenblüten desselben Körbchens ihre Pollen freigeben (Bild 4 in der Galerie). Nur diese Rand- oder Zungenblüten der Calendula bilden einsamige Schlißfrüchte, die Achäne. Diese sind nicht alle gleich, wie beim Löwenzahn, bei dem jede Achäne einen Flugapparat besitzt um vom Wind verbreitet zu werden. Die Calendula ist heterokarp und bildet Hakenfrüchte, die sich eher im Fell oder Gefieder eines Tieres verhaken, um davongetragen zu werden, sie bildet Kahnfrüchte, die eher im Wind davonflattern und sie bildet Larvenfrüchte bzw. die namengebenden Ringelfrüchte, die eher von Ameisen eingesammelt werden.

Kahnfrüchte, Hakenfrüchte, Larvenfrüchte

Als Droge verwendet man die ganzen Blütenkörbchen, für feinere Zubereitungen nur die Zungenblüten. Sie kann innerlich wie auch äußerlich zur Anwendung kommen.
Innerlich wirkt sie bei Magen- und Darmkrämpfen lindernd, sie regt die Leber- und Gallentätigkeit an.
Die äußerliche Anwendung bei Hautveränderungen, bei Wunden, Verbrennungen, Verätzungen, Wundsein… ist geradezu populär. Welche Mutter kennt nicht den Duft der Ringelblumensalbe und assoziiert damit den der vollen Windel.

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