Die Sumpf-Dotterblume

Caltha palustrisL.

Caltha palustris

Caltha palustris L. bedeutet nichts anderes als: „Die gelbe Blume, die im Sumpf lebt“. Wie sehr diese Sumpfpflanze sich auf ein Leben mit dem Wasser eingelassen hat, das erkennen wir bei näherer Betrachtung:

Sumpf-DotterblumeGut geschützt unter dem feuchten modernden Laub des Vorjahres schlummern die Überdauerungsknospen an der Erdoberfläche im Winterschlaf. Hemicryptophyten nennt der Botaniker mehrjährige Stauden, die auf diese Art „halbverborgen“ überwintern. Je nach Standort und Höhenlage entfalten sich schon im frühen Frühling die rundlichen bis nierenförmigen Blätter, die zunächst frischgrün, später dunkelgrün erscheinen und deren Ränder unregelmäßig gezähnt sind. Die aufsteigenden aufrechten Stängel sind oft rötlich überlaufen, innen hohl und an den Knoten bei Bodenkontakt wurzelnd. Nach oben hin verzweigen sich die Stängel und tragen jeweils eine oder zwei grüne Blütenknospen. Erst indem die Blütenknospen aufbrechen und die Blüten sich zwischen März und Mai entfalten, verwandeln sich diese grünen Blütenhüllen zu leuchtend glänzend gelben Blütenkronblättern.  Nur für Insekten, die UV-Licht wahrnehmen können, sind die Saftmale auf diesen Blütenblättern sichtbar, die den Weg zum reichlich vorhandenen Nektar weisen. Die Pollen der zahlreichen Staubblätter sind ebenso begehrte Nahrung für Käfer, Fliegen, Bienen, Hummeln und Schwebfliegen.
Die Sumpf-Dotterblume ist nicht auf die große Schar der bestäubenden Insekten angewiesen: Im Gegensatz zu vielen anderen Hahnenfußgewächsen, wie zum Beispiel das Leberblümchen oder das Busch-Windröschen, die zur Nacht oder bei Regen ihre Blütenhüllen schützend zu Boden neigen oder schließen, lässt die Sumpf-Dotterblume ihre Blütenschalen offen und aufrecht stehen, den nächtlichen Tau oder Regen empfangend. BalgfruchtDieses Wasser sammelt sich in den Blütenschalen und die schwimmfähigen Pollenkörnchen gelangen auf dem kurzen Wasserweg von den Staubblättern zu den Narben derselben Blüte, es findet Selbstbestäubung statt.
Jedes befruchtete Fruchtblatt wächst im Laufe des Frühsommers zu einer Balgfrucht heran, die sich bald öffnet und die noch hellen Samenkörnchen, die darin zweireihig angeordnet sind, sichtbar werden lässt. Erst zur Reifezeit und durch erneute Einwirkung von Feuchtigkeit und Aufquellen der inzwischen getrockneten Balgfrüchte öffnen diese sich ganz und geben die Samenkörnchen frei. Durch einen sommerlichen Regenguss ausgespült (Ombrochorie) machen sich die schwimmfähigen Samenkörnchen mit dem Wasser auf die Reise, bis sie an einem geeigneten Ufer anlanden um dort zu gegebener Zeit zu keimen.

Samen

www.camerabotanica.de