Die Silberdistel

Carlina acaulis L.

Carlina acaulis, Samenkörnchen (Achäne) und Flugorgan (Papus) über dem Blütenkörbchen

Frisch aufgeblühte SilberdistelDiese distelähnliche Staude gehört zur Familie der Korbblütengewächse.
Im Juli öffnen sich ihre Blütenkörbchen. Die silbrig weißen "Blütenblätter" sind keine Einzelblüten, wie das bei vielen Korbblütengewächsen der Fall ist. Hierbei handelt es sich morphologisch um Laubblätter, die schrittweise zu blütenblattähnlichen Hüllblättern verwandelt wurden. Im Körbchen - der Blütenstand – findet man nur zwittrige Röhrenblüten.
Die silbernen Hüllblätter besitzen einen Mechanismus, der sie bei feuchter Witterung nach innen bewegt, so dass sich das Blütenkörbchen schließt. Bei trockener Luft öffnet sich das Körbchen wieder. Auch im Winter und in abgestorbenem Zustand macht die Silberdistel diese mechanischen Bewegungen und schützt dadurch ihre Samen mit den empfindlichen „Fallschirmchen“ vor Nässe. Bei trockenem Wetter werden diese vom Wind verweht (Bild). Auf diese Eigentümlichkeit bezieht sich der volkstümliche Name "Wetterdistel".

Schon lange ist die Silberdistel geradezu das Wahrzeichen der Schwäbischen Alb. Die Wacholderheiden sind bekannte und wertvolle Rückzugsgebiete und die Beweidung durch die Schafe ist nicht nur für die streng geschützte Silberdistel überlebenswichtig.

Schäfer mit Herde auf der Wacholderheide

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