Die Herbst-Zeitlose

Colchicum autumnaleL.

Colchicum autumnale Blüten

Ab Ende August und im September finden wir auf feuchten Wiesen eine Blume, die oft fälschlicherweise als Herbstkrokus bezeichnet wird. Auf den ersten Blick sieht sie auch aus wie ein Krokus, gehört aber der Familie der Colchicaceae an. Im Gegensatz zum Krokus (ein Irisgewächs), in dem wir 3 Staubblätter finden, zählen wir in der Herbst-Zeitlose 6, was die Verwandtschaft zu den Lilien deutlich macht. Die lange Blütenröhre mit ihren 6 Blütenblättern ragt direkt aus einem im Boden verborgenen Fruchtknoten. Laubblätter sind zu dieser Zeit nicht sichtbar, sie erscheinen erst im Frühling aus einer unterirdischen Sprossknolle. Die Eigentümlichkeit, dass im Frühjahr die Frucht und im Herbst die Blüte erscheint brachte der Pflanze den Volksnamen „Sohn vor dem Vater“ ein. Jedoch reift die im Herbst befruchtete Blüte im darauf folgenden Frühjahr zu einer braunen Kapselfrucht heran, platzet auf und gibt die kleinen, schwarzbraunen Samen frei. Sie besitzen ein weißes, klebriges Anhängsel, das die Verbreitung durch Ameisen fördert.
Alle Pflanzenteile, besonders aber die Samen, enthalten das Alkaloid Colchicin, was die Herbst-Zeitlose zu einer sehr starken und gefährlichen Giftpflanze macht. Schon das Pflücken und in den Mund nehmen der Blüte durch ein Kind, kann gefährliche Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Auch Weidetiere sind gefährdet. Colchicin wird in der Medizin u.a. bei Hauterkrankungen und Gichtanfällen, in der Homöopathie bei Gicht und Herzentzündungen angewendet und in der Pflanzenzüchtung werden durch das Zellgift Mutationen herbeigeführt.

Die Blätter der Herbst-ZeitloseDie noch unreife und grüne Fruchtkapsel der Herbst-Zeitlose
Die Blätter der Herbst-Zeitlose (li) und die noch unreife und grüne Fruchtkapsel (re).

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