Der Winterling

Eranthis hyemalis

(L.) Salisb.

Eranthis hyemalis

Hierzulande wird der Winterling als Neophyt angesehen, weil seine ursprüngliche Heimat der Mittelmeerraum ist. Von dort kam er schon sehr früh über die Alpen zu uns und wurde als Gartenblume kultiviert. Aus der Gartenkultur ist er gelegentlich ausgewildert.

Aus den schwarz-braunen, knollig verdickten Rhizomen sprießen im Winter unter schneebedecktem Laub die dicken Blütenknospen, die schon im Januar oder Februar aufbrechen. Der Winterling blüht, sobald die Sonne den Schnee unterm Gehölz geschmolzen hat und das modernde Laub dampfend zum Vorschein kommt.
Die glänzend gelben, 2-3 cm im Durchmesser großen Blüten stehen am Ende eines dicken Stängels. Die Blüte hat meist sechs Blütenkronblätter und viele Staubblätter. Zwischen Kronblätter und Staubblätter entdecken wir die tütenförmigen Honigblätter, die wir auch aus der Christrose kennen.
Unter der Blüte sitzt ein Wirtel aus 3 Hochblättern, die handförmig geschlitzt sind. Das grundständige Blatt ist auch handförmig und lang gestielt, erscheint aber erst nach der Blüte.

Die Samen reifen in sogenannten Balgfrüchten heran.
Die generative Vermehrung aus den Samen ist etwas langwierig, da die Samen zwar schon Ende Mai reif werden, aber erst nach Frosteinwirkung nach dem nächsten Winter keimen und dann nur Keimblätter ausbilden. Im darauf folgenden Frühling bilden sich die eigentlichen Laubblätter, und erst im 3. Jahr kommt der Winterling im Januar oder Februar zur ersten Blüte.

Die ganze Pflanze, besonders die Knollen sind giftig. Sie enthalten herzwirksame Glykoside .

Der Winterling braucht nährstoffreichen, lockeren, humosen Lehmboden im Halbschatten, der im Sommer nicht austrocknen darf. Unter laubabwerfenden Bäumen oder Gebüschen fühlt er sich wohl und kann sich dort beständig ansiedeln und vermehren. Gönnt man ihm an solchen  Standorten etwas Ruhe (erst mähen, wenn die Laubblätter im Juni eingezogen und die Samen ausgefallen sind, und natürlich nicht umgraben oder hacken), dann breitet er mit der Zeit oft schon im Februar einen gelben Teppich unter den Bäumen und Sträuchern aus.

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