Das Kleine Schneeglöckchen

Galanthus nivalisL.

Galanthus nivalis

Weiß blühende Zwiebelpflanzen wurden von den Botanikern früherer Zeiten „Leucoion“ (weißes Veilchen) benannt. Erst Carl von Linné (Linnaeus Carl, 1707-1778) ordnete das Schneeglöckchen seiner eigenen Gattung „Galanthus“ zu. Dieser Name beinhaltet die griechischen Worte „gala“ (Milch) und „anthos“ (Blume).

Das Schneeglöckchen ist eine ausdauernde Zwiebelpflanze mit grundständigen, linealen, graugrünen Laubblättern. Die Blüten hängen endständig, einzeln und nickend an einem Blütenstiel, der kürzer ist als das zweiteilige Tragblatt (Hochblatt) aus dessen Achsel er entspringt. Sie besitzen drei äußere und drei innere Blütenblätter. Die inneren sind an ihrer Innenseite grünlich gestreift. Typisch für Narzissengewächse ist der unterständige Fruchtknoten (bei Liliengewächsen oberständig). Die Samen der Schneeglöckchen besitzen ein fett- und eiweißreiches Anhängsel, weswegen sie von Ameisen gesammelt und über weite Strecken verschleppt werden.

Die Pflanze braucht nährstoffreichen und humushaltigen Lehmboden, der stets feucht sein muss. Bergwälder und Auwälder, aber auch Bergwiesen an Nord- oder Nordwesthängen der Süd-Alpen sind für das Schneeglöckchen geeignete Biotope.
Natürliche Vorkommen in Mittel- und Nordeuropa sind äußerst selten. Das Schneeglöckchen steht deshalb unter Naturschutz. Die vielen vermeintlichen natürlichen Standorte befinden sich meist in unmittelbarer Nähe von alten oder ehemaligen Klöstern oder Siedlungen. Dort wurde es vermutlich wegen seiner religiösen Bedeutung einst als Zierpflanze angebaut und ist im Laufe der Jahrhunderte aus der Kultur ausgebrochen.

Es war ein alter, heute fast vergessener Brauch, am 2. Februar, dem Lichtmesstag, Schneeglöckchenblüten als Sinnbild der Reinheit und des nahenden Frühlings auf den Altar zu streuen. Eine Legende erzählt, dass sich nach der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies Schneeflocken in kleine Blüten verwandelten.

Vielleicht hatten unsere Vorfahren aber auch schon eine Ahnung von der Heilkraft, die in der ca. 1 cm im Durchmesser großen Zwiebel des Schneeglöckchens steckt.
Gefunden wurden darin Alkaloide wie Galanthamin und Lycorin. Diese verursachen nach Verzehr Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und enge Pupillen. Mit dieser Giftwirkung schützt sich die Pflanze, denn sie tritt bei allen Wirbeltieren auf, weshalb die Zwiebeln z.B. auch von Wühlmäusen verschmäht werden.
Galanthamin, dieser Wirkstoff aus den Zwiebeln von Schneeglöckchen und Osterglocken, vermag laut neueren Erkenntnissen das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit zu bremsen.

In unseren Gärten ist das Kleine Schneeglöckchen sehr beliebt und verwildert zusammen mit dem Winterling schnell aus den Frühlingsbeeten in fast alle Bereiche des Gartens und darüber hinaus.

Kleines Schneeglöckchen

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