Der Deutsche Fransenenzian

Gentianella germanica

(Willd.) Börner

Blüten des Deutschen Fransenenzians

Bei den Arten dieser Gattung handelt es sich meist um ein- bis zweijährige, krautige Pflanzen. Das bedeutet, dass sie nach einer oder nach zwei Vegetationsperioden blühen, Samen ausbilden und danach im Herbst absterben. Beim Deutschen Fransenenzian bildet sich zunächst eine Blattrosette. Aus dieser sprießt der vierkantige Stängel oft nur 5 cm in die Höhe, manchmal aber auch bis zu 30 cm und verzweigt sich im oberen Bereich mehrfach. Nach oben hin werden die Laubblätter lanzettlich und sind am Stängel kreuzgegenständig angeordnet. Die Kreuzgegenständigkeit ist charakteristisch für die Enziane. Im Sommer bilden sich die Blüten einzeln an den Enden der Stängel und der Äste. Aus dem fünfzipfligen Kelch ragt die Kronröhre, um deren Schlund die namengebenden Fransen angeordnet sind. Die 5 rotvioletten Kronzipfel sind mit diesen verwachsen. Die bodennahen Laubblätter der Rosette sterben zu dieser Zeit bereits wieder ab. Nur von August bis Oktober bemerkt der Wanderer auf den Wacholderheiden der Schwäbischen Alb dieses unter besonderem Schutz stehende Pflänzchen, außerhalb der Blütezeit ist es unscheinbar.

Die Fransen des FransenenziansMagerrasen und Halbtrockenrasen der Mittelgebirge sind Biotope, in denen sich der Deutsche Fransenenzian wohlfühlt. Er ist aber auch im Alpenvorland und in den Kalkalpen zuhause. Als Standort braucht er kalkreichen, steinigen Lehmboden in eher trockener, sonniger Lage.

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