Das Leberblümchen

Hepatica nobilis

Schreb.

Hepatica nobilis

Hepatica nobilisDas Leberblümchen ist eine relativ seltene Frühlingsblume aus der Familie der Hahnenfußgewächse, aber in unseren Mittelgebirgen und im Alpenvorland ist es noch anzutreffen. Warme, lichte Buchen- oder Eichenwälder, auf kalksteinhaltigen, mullreichen Böden sind die bevorzugten Standorte, auf denen es im März und April lila-blaue Schleier auf den besonnten Waldboden ausbreitet.
Es sitzt immer nur eine Blüte am Ende des 5-15 cm langen, leicht behaarten Stängels. Mehrere Stängel entspringen dem Wurzelstock. Die Blüte besitzt 6, 7 oder manchmal noch mehr Blütenblätter. Die vermeintlichen drei Kelchblätter unter der Blütenhülle entpuppen sich als Hochblätter, wenn man bei genauer Betrachtung den kurzen Blütenstängel zwischen Hochblättern und Blütenhülle entdeckt (siehe Galerie). Dadurch verrät das Leberblümchen ihre Verwandtschaft zu den Anemonen. Gegen Abend oder bei Regen neigen und schließen sie ihre Blütenköpfchen um das Blüteninnere vor Nässe zu schützen.
Die Samen werden im Sommer von Ameisen verschleppt.
Die ledrigen Laubblätter sind an ihrer Unterseite rötlich überlaufen, überdauern den Winter und sind zur Blütezeit im März durch die Frosteinwirkung meist unansehnlich gefleckt. Die neuen Blätter bilden sich erst nach der Blüte, wenn sich schon bald das Blätterdach des Laubwaldes schließt und das Licht nur noch spärlich zum Waldboden dringt.
Früher wurde das getrocknete Kraut in der Volksmedizin bei Leber- und Gallenleiden eingesetzt. Darauf macht sowohl der deutsche, wie auch der botanische Name (Hepar = Leber) aufmerksam.

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