Die Gefleckte Taubnessel

Lamium maculatum L.

Lamium maculatum

Die Gefleckte Taubnessel ist eine weit verbreitete, ausdauernde, krautige Staude, die an Waldrändern, an Gebüschen und an Wegrändern sowie auf Brachland häufig zu finden ist. Sie liebt eher halbschattige Plätze auf feuchten, humus- und stickstoffhaltigen Lehmböden.
Durch unterirdisch- und oberirdisch treibende Ausläufer verbreitet sich die Pflanze schnell und bildet an günstigen Standorten größere Bestände.
Die 4-kantigen Stängel sind leicht behaart und wachsen ca. 15 cm bis ca. 40 cm in die Höhe. Die breit-lanzettlichen, am Rande gezähnten Blätter, sind am Stängel kreuzgegenständig wie in Stockwerken angeordnet. In den Achseln der oberen Blattpaare sitzen die 5-zipfligen Blütenkelche in quirlartigen Blütenständen und aus diesen Blütenkelchen ragen im Mai und Juni die purpurfarbenen, bis zu 3 cm großen Lippenblüten. Die Blütenkronröhre strebt aus dem Kelch steil nach oben, um sich dann zur Seite hin zu öffnen und in einer großen, helmartigen Oberlippe und einer gefleckten Unterlippe auszulaufen. Die zwei Seitenlappen der eigentlich dreiteiligen Unterlippe sind so reduziert, dass sie nur noch als zwei kleine dornartige Zipfel zu erkennen sind und dadurch tritt nur der Mittellappen der Unterlippe mit seiner dunklen Maserung in Erscheinung (siehe Vergleich mit Goldnessel). Diese fleckige Maserung auf der Unterlippe signalisiert den langrüsseligen Insekten, wo der Nektar zu suchen ist und im Falle der Gefleckten Taubnessel ist sie auch namengebend (maculatum). Drängt sich nun eine Hummel in die Blütenöffnung, um an den tief unten in der Blütenkronröhre gebildeten Nektar zu gelangen, so drückt sie mit ihrem Leib die helmartige Oberlippe nach hinten und die darunter verborgenen 4 Staubblätter (2 längere und 2 kürzere) und die 2-teilige Narbe berühren dadurch den Rücken des Insektes.
Im Laufe des Sommers reifen in den Kelchen die für Lippenblütengewächse typischen 4-teiligen Klausenfrüchte.

Im Gegensatz zu den Lippenblütengewächsen der sonnigen und trockenen Regionen der Mittelmeerländer, enthalten die Taubnesseln kein wohlriechendes ätherisches Öl und verströmen eher einen muffigen Geruch, wenn sie zwischen den Fingern zerrieben werden.

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