Der Echte Lavendel

Lavandula angustifolia

Mill.

 

Lavandula angustifolia

Der Lavendel stammt aus dem Mittelmeerraum, wo er auf steinigen Hängen gedeiht. An den Boden stellt der etwa 50 cm hoch werdende und im unteren Bereich verholzende Halbstrauch keine besonderen Ansprüche, solange dieser Kalk enthält. Die jüngeren, aufrechten Triebe und Zweige und die kleinen schmal linealen Blätter sind graugrün, an der Unterseite etwas filzig behaart. Wie bei allen Lippenblütengewächsen sind die Blätter kreuzgegenständig am vierkantigen Spross angeordnet.

Erst durch die Kraft der südlichen Sommersonne reift in der Pflanze und ganz besonders intensiv und aromatisch in den Blütenkelchen das wertvolle ätherische Öl, weshalb der Lavendel auf Feldern kultiviert wird. In der Provence in Süd-Frankreich wird eine Hybridzüchtung, der sog. Lavandin angebaut. Dieses wohlriechende ätherische Öl ist der Hauptwirkstoff und wird schon seit tausenden von Jahren in Seifen und Badezusätzen verwendet, worauf der Gattungsname Lavandula hinweist, denn lavare bedeutet auf lateinisch waschen. In Einreibungen und Duftölen wird die beruhigende und schlaffördernde Wirkung geschätzt. Lavendelblüten finden aber auch in Teemischungen Verwendung, die einerseits ebenfalls beruhigend wirken, andererseits aber auch, durch die enthaltenen Gerbstoffe, bei Durchfall und Gallenleiden hilfreich sind. In sogenannten Duftsäckchen eingenähte Lavendelblüten vertreiben Motten aus dem Wäscheschrank. In Gewürzmischungen werden auch die jüngeren getrockneten Blätter verwendet.

Doch die Lavandinpflanzen in den inzwischen riesigen Monokulturen der Provence kränkeln seit geraumer Zeit zunehmend. Verantwortlich dafür sind Bakterien, sogenannte Phytoplasmen. Die trocken-heiße Witterung im Frühling und im Frühsommer und die Monokultur, schwächen die Pflanzen und begünstigen das massenhafte Aufkommen von Glasflügel-Zikaden, die an den grünen Pflanzenteilen des Lavandin saugen und dabei die Krankheitserreger verbreiten. Infizierte Pflanzen bilden weniger Blüten, dafür aber mehr grüne Blätter, was wiederum die Vermehrung der Zikaden und die Ausbreitung der Bakterien begünstigt. Befallene Lavandinpflanzen sterben nach 3 Jahren ab.
Ob das Auswirkungen der Klimaveränderungen sind sei dahingestellt, aber mit Sicherheit sind das Auswirkungen der maßlosen Monokultur, so schön sie zur Blütezeit auch aussehen mag.

Nördlich der Alpen wird Lavendel in Ziergärten kultiviert und gerne mit Rosen zusammen gepflanzt, weil er auch da Schädlingsbefall hemmt und farblich vortrefflich mit allen Rosen harmoniert.

 

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