Der Blut-Weiderich

Lythrum salicariaL.

Blühender Blut-Weiderich auf ausgetrocknetem, rissigem Boden

EinzelblütenAus einem verholzten Wurzelstock treiben jedes Jahr harte, kantige Stängel empor, die sich bei älteren Pflanzen im oberen Bereich verzweigen und dann meist eine Höhe von 1 m bis 1,5 m erreichen. Die Blätter haben eine lanzettliche Form. Die Blüten stehen zu mehreren in den Achseln der oberen Blätter. Aus einem 12-rippigen Kelch reihen sich die 6 purpurfarbenen Blütenkronblätter um 12 Staubblätter (6 längere und 6 kürzere) und um einen Griffel, der bei manchen Blüten länger und bei anderen kürzer ist als die Staubblätter. Der Botaniker spricht von trimorpher Heterostylie, wenn drei verschiedene Blütentypen auf Pflanzen einer Art angetroffen werden. Ein von der Evolution fein abgestimmtes Zusammenspiel zwischen Insekt und Blütengestalt gewährleistet die erfolgreiche Fremdbestäubung und dauerhafte Fruchtbarkeit. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September. Danach bilden sich in zweiteiligen Kapselfrüchten kleine Samenkörnchen in großer Menge. Diese sind mit feinen schleimigen Härchen ausgestattet und sind dadurch schwimm- und flugfähig. Auch an Vögeln und anderen Tieren bleiben sie haften und werden dadurch weit verbreitet. Die Blütenpflanze aus der Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) gedeiht häufig am Ufer von Gewässern, in Sümpfen und auf nassen Wiesen. Sie ist nicht nur bei Insekten wegen der nektarreichen Blüten beliebt, für die Raupe des Nachtpfauenauges ist sie Futterpflanze, für den Naturgärtner Zierstaude und für den Apotheker ist sie Heilpflanze mit adstringierenden, bakteriziden, blutstillenden und harntreibenden Eigenschaften. Auch zum Gerben und Imprägnieren wurde der Saft aus den Blüten verwendet.

Lythrum salicaria am SeeuferLythrum salicaria in der Wiese

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