Die Wiesen-Schlüsselblume

Primula veris

L.

Primula veris

„Die Blüten, deren Erträgnis ja immer nur klein sein wird, werden aus den Kelchen heraus gezupft. Es ist dies eine Verrichtung, die wohl am besten Kinderhänden überlassen bleibt.“ 

(Deutsche Heil- und Wildpflanzen von Wilhelm Wenzel aus dem Jahre 1933).

Na ja, gäbe es dazu eine App für Smartphones oder Tablets, könnte ich mir tatsächlich vorstellen, dass sich das eine oder andere Kind dazu bringen ließe, diese Verrichtung zu tun… die Zeiten haben sich geändert und die Wertschätzung für geringe Erträgnisse eben auch.
Dabei handelt es sich bei Primulae Flos tatsächlich um eine wertvolle saponinhaltige Droge, die durch ihre schleimlösende und harntreibende Wirkung besonders bei festsitzender chronischer Bronchitis älterer Menschen anzuraten ist. Auch das Rhizom und die Wurzeln werden als Droge genutzt. In diesem Zusammenhang muss aber deutlich darauf hingewiesen werden, dass Primula veris L. unter besonderem gesetzlichem Schutz steht und an seinen natürlichen Standorten nicht gesammelt werden darf.

Primula verisDiese natürlichen Standorte sind Halbtrockenrasen und eher magere Wiesen und Raine auf kalkhaltigen lockeren Lehmböden.
Auf die Blütezeit der Hohen Schlüsselblume, mit ihren schwefelgelben Blütenkronen, folgt Mitte April die Blütezeit der Wiesen-Schlüsselblume, mit intensiv goldgelben, etwas glockenförmigeren Blüten, als wolle sie damit signalisieren, dass sie mehr Sonne und Wärme aufgenommen hat als ihre große Schwester. Ansonsten sind sich die beiden Geschwister aber sehr ähnlich, sodass es sogar vorkommen kann, dass Primula elatior und Primula veris sich kreuzen (es entstehen sog. Bastarde).

Wiese

Innerhalb der Gattung der Primeln kann ein blütenbiologisches Phänomen beobachtet werden, das dimorphe Heterostylie oder Distylie genannt wird. Die unterschiedliche Länge des Griffels und unterschiedliche Position der Staubblätter in den verschiedenen Blüten innerhalb einer Gattung, dienen der Förderung der Fremdbestäubung.

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