Die Gewöhnliche Küchenschelle

SchriftzugMill.

Pulsatilla vulgaris

Wie das Adonisröschen, so ist auch die Gewöhnliche Küchenschelle eine Steppenpflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse, die vermutlich nach der Eiszeit nach Mitteleuropa eingewandert ist und heute nur noch sehr selten auf Trockenrasen, Magerrasen und Heiden oder in trockenen lichten und warmen Kiefernwäldern anzutreffen ist. Sie will einen warmen, nach Süden ausgerichteten Hang, auf kalkreichem, steinigem Lehm- oder Lösboden, der nicht gedüngt sein darf.
Magerrasen mit Pulsatilla vulgarisAus dieser Standortbeschreibung geht schon hervor, wie stark gefährdet Pulsatilla vulgaris Mill. ist. Sie steht unter strengem Naturschutz und wird in der Roten Liste als gefährdet eingestuft.
Aus einem kräftigen Wurzelstock, in dem die Pflanze überdauert, entspringt im März der über und über silbrig langhaarige Blütenspross, an dessen Ende sich eine Blüte mit 6 violetten Blütenkronblättern entfaltet, sobald die wärmende Frühlingssonne den nächtlichen Raureif hat abtauen lassen. Unterhalb der Blütenkronblätter, dem sog. Perigon, finden wir die drei in schmale Abschnitte zerteilten haarigen Hochblätter, aus denen der eigentliche Blütenstängel entspringt (ganz nach Anemonenart - die frühere Bezeichnung war Anemone pulsatilla L.).
Die feingliedrigen Grundblätter werden schon im heißen und trockenen Sommer wieder eingezogen. Nur die bis zu 25 cm in die Länge gewachsenen, inzwischen getrocknetten Stängel mit ihren Fruchtständen sind noch zu erkennen. Die Griffel der Blüte wurden zu langen, zottigen Flughaaren umgebildet, der Wind verbreitet die Samen.

Die ganze Pflanze ist giftig.
Sie enthält das Alkaloid Protoanemonin, Saponin, Glykoside und ätherische Öle.
Protoanemonin wirkt auf die Haut und besonders stark auf die Schleimhaut reizend mit Rötung, Schwellung und Blasenbildung und oft auch Geschwürbildung.
Medizinisch wird Pulsatilla gegenwärtig nur in homöopatischen Dosen angewendet und das bei vielerlei Krankheitsbildern, allen voran jedoch Menstruationsbeschwerden, Migräne, Depressionen und Hautleiden.

Pulsatilla vulgaris Mill. an einem ihrer seltenen Standorte auf der Schwäbischen Alb, eine nach Südwesten abfallende Wacholderheide, die windgeschützt unterhalb eines Buchenwäldchens liegt. Am Waldrand stehen vereinzelt Kiefern und Fichten.

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