Die Rose

Rosa

Rote Rose

Die Rose, schon seit dem Altertum als die Königin unter den Blumen verehrt und gepflegt, nimmt für die Menschen eine ganz besondere Stellung ein. Von dieser Bedeutung zeugen frühe Kunst, Poesie und Mythen. Die Rose wird von den Menschen geliebt und geachtet wie kaum eine andere Pflanze. Schon allein die Tatsache, dass sich der Mensch mit keiner anderen Blume züchterisch so intensiv auseinandergesetzt hat wie mit der Rose (vermutlich gibt es heute ca. 20000 Rosensorten), lässt uns ahnen, dass wir es hier mit etwas Besonderem zu tun haben. Liegt der Grund für diese Wertschätzung nur in ihrer Schönheit?

Die Geometrie

Der TriebBetrachten wir zunächst die botanischen Gesetzmäßigkeiten der Rose genauer: Dabei fällt uns die besondere Anordnung der Laubblätter an den Trieben auf. Die Blätter sind wechselständig angeordnet. Wenn unser Blick die Ansatzstellen der Blätter von unten nach oben verfolgen will, dann muss er eine Schraubenlinie um den Trieb beschreiben. Nach 2 Umwindungen hat er 5 Blattansatzstellen passiert und nun das 6. Blatt erreicht, welches wieder genau über dem 1. angeordnet ist.
Die umgebildeten, verfeinerten Laubblätter, die enger aufeinander folgend um den Spross angeordnet werden, fügen sich zum Blütenkelch zusammen.
In der Anordnung der Kelch- und Blütenblätter finden wir die gleichen geometrischen Verhältnisse, nur dass dort durch das aussetzende Längenwachstum die Spirale nicht in die Länge gedehnt, sondern auf dem Blütenboden zu einer Fläche zusammengedrückt ist.
Betrachten wir nun diese Spirale der Blattstellungen, also den Spross von oben (Grafik), dann sehen wir, dass die Blätter in 5 Reihen stehen und die Blätter einer Reihe jeweils in eine Ecke eines Fünfsternes (Pentagramm) zeigen. Wenn wir das Blattpentagramm in Bezug auf die Blattbildungsreihenfolge betrachten, dann wird vom 1. Blatt zum 2. eine Ecke übersprungen, vom 2. zum 3. wieder eine Ecke übersprungen usw., bis das 6. Blatt wieder über dem 1. steht, das 7. über dem 2., das 8. über dem 3.usw. Von einem Blatt zum nächsten werden immer 2/5 des Stängelumfanges eingeschlossen.

Spirale der Blattansätze
Grafik aus "Die Pflanze" von Gerbert Grohmann, Band 2, erweitert und ergänzt durch Michael Feiler

Fünf Brüder sind zur gleichen Zeit geboren,
doch zweien nur erwuchs ein voller Bart,
zwei andern blieb die Wange unbehaart,
dem fünften ist der Bart zur Hälft’ geschoren.

Dieses mittelalterliche Rätsel ist natürlich nicht ganz richtig formuliert: Die 5 Brüder, die Kelchblätter der Rose, sind nicht zur gleichen Zeit geboren, sondern sie bildeten sich, wie auch die Laubblätter, der Reihenfolge nach (siehe Nummerierung im Bild unten). Dem 1. und dem 2. Blatt erwuchs auf beiden Seiten eine voll ausgeprägte Fiederung. Das 3. Blatt ist nur an einer Seite gefiedert, da die andere Seite, als die Knospe noch geschlossen war, vom 1. Blatt überlappt wurde. Das 4. und das 5. Blatt wurden jeweils von ihren vorhergehenden Blättern überlappt und haben deshalb kahle Ränder.

5 Kelchblätter 

Die Kelchblätter wurden aus den Laubblättern herausgebildet, dass aber auch die bunten Blütenkronblätter über eine sprunghafte Metamorphose aus den Kelchblättern heraus entstehen, wird durch diese Fortsetzung der Geometrie angedeutet.

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Tatsächlich finden wir gerade bei den Rosen manchmal im Bereich der oberen Kelchblätter fließende Übergänge in Form von teilweise bunt gefärbten Kelchblättern, durch die sehr deutlich sichtbar wird, wie das eher derbe grüne Kelchblatt in ein zartes leuchtend farbiges Kronblatt verwandelt und verfeinert wird. Dieser verblühte Blütenstand (Bild 1 und 2 oben), der etwas abnorm verändert ist, zeigt uns deutlich die geometrische Gesetzmäßigkeit der Rose: Hier konnte sich das 1. Blatt noch nicht recht entscheiden, ob es ein Laub- oder lieber ein Kelchblatt sein will. Es ist mitten im bereits verdickten Bereich der späteren Hagebutte, angewachsen.Es ist an seinem rechten und linken Rand gefiedert. Kelchblatt 4 und 5 haben kahle Ränder. Das Blatt mit der Nr. 6 ist zum Teil schon wie ein Blütenkronblatt umgebildet und gefärbt. Es ist genau über dem 1. Blatt angeordnet. In der dargestellten Reihenfolge erleben wir deutlich die Metamorphose vom Laubblatt über das Kelchblatt zum Blütenblatt. Will unser Blick von einem zum darauf folgenden Blatt wandern, muss er immer ein Blatt überspringen und eine Spiralform nach rechts beschreiben.

Das Pentagramm, Geometrie und Symbol

Der Fünfstern, das Pentagramm ist eine ganz besondere geometrische Form, denn er steht in enger Beziehung mit dem sogenannten "Goldenen Schnitt", der ja bekanntlich für die Harmonie in der Malerei, der Architektur und auch in der Musik verantwortlich ist. 
Die 5 Diagonalen teilen sich gegenseitig im "Goldenen Schnitt". Verbindet man die 5 Spitzen des Pentagramms miteinander, so ergibt sich daraus ein Fünfeck, das Pentagon, dessen Seitenlänge gleich dem längeren Abschnitt der Diagonale ist. Im Innern eines Fünfsternes bildet sich ein Fünfeck, in das wiederum ein Fünfstern eingezeichnet werden kann, welcher aber auf dem Kopf steht und Drudenfuß genannt wird. Im Drudenfuß findet sich wieder das Fünfeck und in diesem der Fünfstern usw. (siehe Grafik).

Der Goldene Schnitt 

Der Goldene Schnitt:
Die Strecke a verhält sich zur Strecke b, wie die Strecke b zur Strecke ab.

Nun handelt es sich beim Pentagramm nicht nur um eine besondere geometrische Form, sondern auch um ein bedeutendes Symbol:
In Goethes Faust stoßen wir auf das Pentagramm, welches an der Schwelle der Kammer von Faust so ungenau aufgezeichnet war, dass Mephisto der "Lügner" als Pudel zwar hereinkommen, aber nicht wieder hinauskonnte. Mephistopheles erklärt Faust: "Beschaut es recht! Es ist nicht gut gezogen: Der eine Winkel, der nach außen zu, ist, wie du siehst, ein wenig offen!

Das Pentagramm, sofern es recht gezeichnet ist, scheint also ein Zeichen zu sein, was menschenfeindliche Mächte bannt, welche ja die Menschheit vom rechten, wahren Weg abbringen möchten.

Die Rose als Symbol

Da sich nun die Rose so konsequent an die Geometrie des Pentagramms hält und den "Goldenen Schnitt" in sich trägt wie keine andere Pflanze, ist es nicht verwunderlich, dass der Mensch bei ihrem Anblick Harmonie empfindet und sie um ihrer Ästhetik willen zur Königin der Blumen krönte. So konnte sie als Symbolträgerin viele Jahrtausende und viele Hochkulturen überdauern. Die Rose verkörpert die Gesetzmäßigkeiten des Pentagramms in Form einer Pflanze.

Es ist naheliegend, dass im Märchen eine Rose das Dornröschenschloss überwuchert und so die Schlafenden in ihm vor Bösem bewahrt, um den guten Prinzen mit seinen reinen und aufrichtigen Absichten hindurchzulassen, als die Zeit reif war.

Beichtstuhl

An alten Beichtstühlen und auch in manchen Gerichtssälen findet man immer wieder geschnitzte Rosen. Vielleicht sollen sie auch dort vor Bösem und Unwahrem schützen.

Maria im RosenhagMittelalterliche Gemälde zeigen oft die Mutter Maria im Rosenhag. Maria trägt eine Krone, in der Rosen zu sehen sind. Damit will der Künstler ausdrücken, dass sie wahrhaftig ist und rein. Nur die vollkommene Frau, die reinste Menschenseele konnte Mutter Gottes werden, und durch den beschützenden Rosenhag wird das in Ewigkeit so bleiben. Das ist die bildhafte Sprache des Künstlers.
Zur gleichen Zeit wurden manche Gehöfte mit so einem Rosenhag eingefriedet. Zum Schutz vor Raubtieren und Gesindel wäre auch eine Brombeerhecke geeignet gewesen, doch menschenfeindliche Dämonen konnten mit Rosenhecken besser abgehalten werden.

Auch im nächsten Beispiel bedeutet die Rose die Wahrheit, die geistige Wahrheit, die Weltenweisheit: Das Jesuskind auf dem Rosenbaum, der hier als Weltenbaum dargestellt wird, überschüttet den Mönch mit der Wahrheit in Form von Rosen. Dass der Mönch diese ihm mitgeteilte Wahrheit nicht verschweigen soll (der Rose wird oft auch die Bedeutung der Verschwiegenheit zugeteilt), machen die Schriftrollen deutlich.

Rosenbaum und MönchAltar mit Rosenstock

Derartige Rosendarstellungen finden wir in der Kunst häufig, sehr oft nur unscheinbar und nebensächlich, wie im dritten Beispiel an einem Altarbild im Überlinger Münster: Der alte, knorrige Rosenstock unter dem Buch soll verdeutlichen, dass hier die Wahrheit gepredigt wurde.

Wenn eine Frau von ihrem Verehrer eine rote Rose überreicht bekommt, dann will er damit ausdrücken: "ich meine es ehrlich", oder "ich liebe Dich aufrichtig", was dann auch die menschliche, irdische Liebe mit der dazugehörigen Sexualität nicht ausschließt. Denn die Rose ist Fünfstern, der Fünfstern ist das Symbol der Wahrheit und des Menschen und birgt als Polarität den Drudenfuß in sich.

Die Farben der Rosen

Die Blütenfarben der Rosen beschränken sich auf den warmen und aktiven Bereich des Farbenkreises. Es wurde zwar ein blaues Pigment in Rosen gefunden, das ist jedoch an ein rotes gebunden, sodass durch züchterische Bemühungen nur Farben wie Lila, Lavendel oder Flieder erzielt werden konnten. Bei den Rosensorten "Shocking Blue" oder "Mainzer Fasnacht" erkennen wir schon an den Namen, dass mit diesen etwas nicht stimmt, nämlich ihre Farbe.
Zum Glück lässt die Natur auch nicht mehr Perversion zu. Die kalten, melancholischen Farben würden der Rose nicht stehen.
Schließlich haben wir ja noch andere blaue Pflanzen im Sortiment, die sich auch gut mit Rosen kombinieren lassen, wie zum Beispiel den Rittersporn, die Klematis, den Lavendel, die Katzenminze, verschiedene Glockenblumen oder den Alpenmannstreu und noch viele andere.

Das Prinzip der Blüten und die Blütenfüllung

Vom Blütenblatt zum StaubblattUrsprünglich haben Rosen eine einfache Blütenschale mit fünf Blütenblättern und vielen Staubblättern. Wieder zeigt uns ein fließender Übergang die Metamorphose vom Blütenblatt zum Staubblatt. Wie schon in den vorhergehenden Übergangsbereichen vom Laubblatt zu Kelchblatt und vom Kelchblatt zum Blütenkronblatt handelt es sich auch hier wieder um eine Verfeinerung vom Blütenkronblatt zum Staubblatt. Wie die Bezeichnung schon treffend ausdrückt, handelt es sich also auch beim Staubblatt um ein Blattorgan, und demzufolge müssen sich auch die Staubblätter nach dem zuvor beschriebenen geometrischen Gesetz des Fünfsternes in der Blüte anordnen. Das wird aber erst dann richtig erkennbar, wenn durch Züchtung mehr und mehr Blütenkronblätter aus Staubblättern zurückgewonnen werden. Dadurch entstehen gefüllte Blüten, die wir  besonders im Zustand der sich gerade entfaltenden Knospe als besonders harmonisch und ästhetisch empfinden, weil diese Rosen-Blütenspiralen das Pentagramm und den Goldenen Schnitt in sich tragen.
Wenn dieser Vorgang der Blütenfüllung züchterisch zu weit getrieben wird, erhalten wir Blüten, die sich nicht mehr völlig entfalten und so ihre Staubblätter gar nicht mehr der Insektenwelt darbieten können. Mögen gefüllte Blüten kulturell und züchterisch ihre Berechtigung haben, in biologischer Hinsicht sind sie unsinnig, denn wie ginge der Blütenprozess weiter, käme er dadurch nicht schon vorzeitig in den Blütenkronblättern zum Erliegen?

Die Hunds-RoseSchon mehrfach haben wir es mit verfeinernden Umwandlungen der Blattorgane zu tun gehabt, so auch hier bei den Staubblättern, wenn sie dann in der Blüte der Luft und dem Sonnenlicht dargeboten werden.
Diesmal geht die Verfeinerung aber so weit, dass es zu einer Loslösung aus dem Pflanzenkörper selbst kommt. Das Staubblatt gibt seine Pollen in Form von Staub an die Außenwelt ab und verduftet geradezu, als würde die Blüte an dieser Stelle ins Nichtstoffliche verfeinert und aufgelöst. Hier haben wir es mit einer der zwei Polaritäten, der männlichen zu tun.

Um die Metamorphose vom Staubblatt zum Stempel nachvollziehen zu können, müssen wir dem Pollenstaub und dem Duft der Blüte gedanklich folgend uns aus der Pflanze heraus in einen anderen, nahezu nichtstofflichen Zustand versetzen und uns dem luftigen Lebensraum anvertrauen, in der Hoffnung, durch diesen wieder zurück in das Zentrum einer anderen Blüte zu gelangen.
In der Mitte des Blütenbodens, im Zentrum der Blüte, um das herum die vorletzten Blattorgane durch Umbildung und Verwachsung ihrer Blattränder den (bzw. die )Stempel gebildet haben, dort befindet sich die Spitze der Sprossspirale und die letzte und jüngste „Blattansatzstelle“ als Knoten (Nodie). Dort endet das vegetative Wachstum des Sprosses. Nur durch eine geschlechtliche Befruchtung (generativ) an dieser Stelle kann das Leben einem nachfolgenden jungen Pflanzen-Individuum ermöglicht und weitergegeben werden. Nur durch die Vereinigung beider Polaritäten, des männlichen Pollens mit der weiblichen Keimzelle entsteht im schützenden Fruchtknoten ein Samenkorn für das neue Leben.

Der Duft

Der Duft ist von einer Rosenblüte nicht wegzudenken, trotzdem wurde er hin und wieder weggezüchtet. Es gibt ja viele Pflanzen, die herrlich duften. Wenn wir an die Wanderungen durch die Macchia auf Korsika denken, nehmen wir schon den Duft von Lavendel, Rosmarin und anderen Lippenblütlern wahr. Verschiedene Düfte haben sicherlich auch unterschiedliche Wirkungen auf uns Menschen, und so gilt der Duft des Lavendels als beruhigend und schlaffördernd, der des Rosmarins als anregend und konzentrationsfördernd. Wie könnte es auch anders sein, als dass dem Duft der Rose eine harmonisierende und ausgleichende Wirkung zugeschrieben wird. Durch Destillation wird schon seit alters her Rosenöl gewonnen und zu Parfüm verarbeitet. Um 1kg Rosenöl zu destillieren, benötigt man ca. 3000 kg Rosenblüten. Vermutlich ist das nicht der einzige Grund für die Wertschätzung des Rosenparfüms.

 "...und wer jähzornig ist, der nehme die Rose und weniger Salbei und zerreibe es zu Pulver. Und in jener Stunde, da ihm der Zorn aufsteigt, halte es an seine Nase.
Denn der Salbei tröstet, die Rose erfreut..."

Heilige Hildegard von Bingen (1098-1179)

Warum erfreut uns Menschen gerade der Rosenduft besonders? Was ist mit den Düften von Veilchen, Iris, Jasmin...? Leider verfüge ich nicht über die Möglichkeit, die Duftstoffe der Rose genauer untersuchen zu können. Die Forschung weiß zu berichten, dass die chemische Zusammensetzung des Rosenduftes sehr kompliziert ist und dass sie auf die Endorphinproduktion (Glückshormon) im menschlichen Körper positiv einwirkt. Schließlich wird Rosenduft auch in der Aromatherapie zur ergänzenden Behandlung von Depressionen eingesetzt. Könnte es nicht sein, dass in den chemischen Formeln oder Molekülen Gesetzmäßigkeiten verborgen sind, die wiederum zum Goldenen Schnitt und Pentagramm Beziehungen haben? Auf jeden Fall ist etwas Besonderes im Rosenduft, was ihn einzigartig und hervorragend macht.

Dornen oder Stacheln?

StachelDer Begriff Rosendornen ist nicht richtig. Es handelt sich um Stacheln, die der Rinde lediglich aufsitzen. Werden sie abgebrochen, entsteht am Holz keine Verletzung. Dornen, wie wir sie an der Schlehe (ebenfalls ein Rosengewächs) kennen, besitzen einen Holzkern. Es handelt sich also um einen stark zugespitzten Kurztrieb.
Alle Menschen empfinden die Rosenstacheln und die feinen, duftenden Blüten als etwas Gegensätzliches. Sie sehen darin Ying und Yang. Doch derartige Gegensätze finden wir im Pflanzenreich häufig. Ist nicht das Gegensätzliche überall? Hell-dunkel, trocken-nass, hart-weich, gesund-krank, schön-hässlich, Liebe-Hass, gut-böse und in der Mitte steht der Mensch als Mann und Frau und mit ihm die Rose.

Die Hagebutte

Wenden wir uns nun noch der Hagebutte zu:
Hier möchte ich zunächst auf die sogenannten "Zammabäbbte" hinweisen. Es handelt sich dabei um Weihnachtsgebäck meiner Mutter, welches mit "Hegemark" (Hagebuttenmarmelade) gefüllt und immer als erstes vom Weihnachtsteller verschwunden war. Natürlich muss hierfür, damit die Sache stimmt, die blumenförmige, 5-blättrige Ausstechform verwendet werden!

Die Scheinfrüchte oder auch Sammelfrüchte (die Hagebutten) sind im Spätherbst rot und reif. Im Innern finden wir die eigentlichen Früchte, die Nüsschen, die mit feinen Härchen umgeben sind (diese rufen wiederum Kindheitserinnerungen in uns wach, sodass es uns schon bei dem Gedanken daran zu jucken beginnt). Diese Nüsschen bildeten sich aus den Fruchtknoten der Blüte und senkten sich während der Vegetationsperiode in den Blütenboden hinein, der sie nun umhüllt und sich zur reifen Hagebutte rot färbt.

HagebutteWenn ich die Inhaltsstoffe M. Pahlow's Heilpflanzenbuch entnehme (viel Vitamin C, Vitamin A, B1, B2, K, P, Mineralstoffe, Fruchtsäuren, Flavonoide, Gerbstoffe, Zucker und in den Nüsschen Vanillin und fette Öle), dann denke ich eher an ein Nahrungsmittel als an eine Heilpflanze. Tatsächlich finden wir unsere wichtigsten Obstsorten wie Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Kirschen, Aprikosen, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Schlehen, Hagebutten... in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Rose repräsentiert eine Pflanzenfamilie, die für die menschliche Ernährung sehr wichtig ist. Die wichtigste Nahrungsquelle, aus der wir unser Hauptnahrungsmittel schöpfen, findet der Mensch in der Familie der Gräser. Die Rosaceae versüßen uns das Leben mit ihren Früchten.

Doch die Heilwirkung der Hagebutte darf nicht ganz unterschlagen werden. Sie entspricht in der gegenwärtigen Schulmedizin der des Vitamin C und wird heute zur Steigerung der Abwehrkräfte, bei Fieber und Erkältungen sowie bei schlecht heilenden Wunden angewendet. Auch eine leicht abführende Wirkung ist nachgewiesen. Tatsache ist, dass die Hagebutten sehr viel Vitamin C enthalten, in der Trockenmasse mehr als in Orangen oder Kiwi. Außerdem sind ihre Vitamine sehr haltbar.
Deshalb wurde die Hagebutte schon seit alters her zur Stärkung der Abwehrkräfte des Menschen angewandt. Das passt doch wieder vorzüglich in die Symbolik der Rose in Bezug auf den Menschen: Sie stärkt die Abwehrkräfte, hilft also Menschenschädliches abzuwehren, wie oben bereits in anderem Zusammenhang erwähnt wurde.

Vielleicht konnte ich nun doch verdeutlichen, dass die Rose eine ganz besondere oder wenigstens eine der besonderen Pflanzen ist. Sie steht nämlich mit ihrer Symbolik nicht alleine. Zu ihr gesellt sich zum Beispiel die Lilie, die ebenfalls schon seit langer Zeit als Symbolträgerin fungiert. Rose und Lilie sind in dieser Hinsicht populär. Kaum bekannt dagegen sind die Geschichten über den Efeu, die Eibe oder auch über die Eiche.

Es gibt noch viel zu tun...

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