Der Wiesen-Salbei

Salvia pratensisL.

Salvia pratensis Lippenblüte

Wiese mit Wiesen-SalbeiDiese ausdauernde, krautige Staude gehört der Familie der Lippenblütengewächse an. Die familientypische zweiseitig-symmetrische und zweilippige Blütengestalt ist hier besonders deutlich ausgeprägt: Unter der recht großen, sichelförmigen Oberlippe, die mit Drüsenhaaren besetzt ist, sind zwei Staubblätter verborgen. Diese sind mit einer Art Gelenkmechanismus ausgestattet, der ausgelöst wird, wenn z.B. eine Hummel tief in die Blüte eindringt. Dadurch senkt sich jedes Staubblatt wie ein Schlagbaum hinab und platzieren seine Pollen auf dem Rücken der Hummel. Sie trägt den Pollen zur nächsten Blüte und befruchtet diese, denn der Griffel mit seiner zweiteiligen Narbe ragt weit unter der Oberlippe hervor und nimmt den Pollen vom Rücken der Hummel auf. Die kleinere Unterlippe ist dreiteilig und nach unten geschlagen. Sie dient den Insekten als "Landeplatz".
Der Frühsommer ist die Blütezeit. Aus einem oberständigen Fruchtknoten bildet sich eine Klausenfrucht, die zur Reifezeit in vier einsamige Teilfrüchte, die Klausen zerfällt. Der durch Drüsenhaare etwas klebrige Stängel ist vierkantig und hohl, die Blätter sind, wie bei allen Lippenblütengewächsen, kreuzgegenständig angeordnet.
Pratensis bedeutet „auf Wiesen wachsend“. Allerdings müssen es eher trockene und vor allem ungedüngte Wiesen auf kalkhaltigen Böden und in sonnig warmen Lagen sein. Als Futterpflanze ist der Wiesen-Salbei allerdings nicht beliebt und auch als Heil- oder Gewürzpflanze kaum geeignet. Aus der gleichen Pflanzengattung kennen wir Salvia officinalis L., eine Heilpflanze, die uns wertvolle ätherische Öle bereit hält.

Lippenblüten des Wiesen-Salbei

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