Der Wiesen-Bocksbart

Tragopogon pratensisL.

Tragopogon pratensis

Sowohl der deutsche, wie auch der lateinische Name (pratensis – auf Wiesen wachsend) weisen darauf hin, dass wir es mit einer Wiesenblume zu tun haben. Warme und sonnige Wiesen werden bevorzugt.

Ende Mai und im Juni, in den Morgenstunden weithin über die Wiesen sichtbar, leuchten die großen Blütenkörbchen, die je nach Unterart 5 cm bis 7 cm im Durchmesser erreichen können und aus gelben Zungenblüten zusammengesetzt sind. Aber schon gegen Mittag schließen sich die Blütenkörbchen wieder.
Es ist eine zweijährige, krautige Pflanze, die aus einer Pfahlwurzel grasähnliche, schmal-lanzettliche, ungestielte Blätter treibt, deren Mittelrippe weißlich gezeichnet ist. Die überhängenden Blätter sind so lang, dass sie meist abknicken. Der Mitteltrieb ist glatt, innen hohl und wird bis zu 80 cm hoch. Auch die Hüllblätter des Blütenkörbchens variieren je nach Unterart in Länge und Form, sind aber oft so lang wie die äußeren Zungenblüten oder sogar etwas länger. Die ganze Pflanze ist mit einem weißen Milchsaft durchzogen.

Tragopogon pratensisAlle Pflanzenteile sind als Wildgemüse essbar. Die Blätter und Stängel erinnern an grünen Spargel, die Wurzel kann wie Schwarzwurzel zubereitet werden.
Die Schwarzwurzel ist eng verwandt mit dem Wiesenbocksbart, beides sind Cichoriengewächse (Cichorioideae, eine Unterfamilie der Korbblütengewächse).

Im Verblühen schließt sich das Blütenkörbchen und die verwelkten, nun bräunlichen Zungenblüten werden oben zwischen den Hüllblättern hinausgeschoben. Im Innern entwickeln sich die Früchte, die Achäne genannt werden und aus den winzigen Blütenkelchblättern der Zungenblütchen entstehen relativ große Fallschirmchen, wie wir sie auch von der Pusteblume des Löwenzahns her kennen.

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