Die kleine Wiese des St. Barholomäus

Pratulus St. Bartholomaei

Aus einer Rasenfläche soll eine Blumenwiese werden. Hier haben Sie die Möglichkeit diesen Prozess Schritt für Schritt zu verfolgen.

Warum wir Rasen zu Blumenwiesen umwandeln sollten


Aktuelles:


05. August 2019

Eigentlich fast noch zu schade um zu mähen...

Unsere Wiese in der Landesschau:
https://swrmediathek.de/player.htm?show=967f16b0-b870-11e9-8251-005056a12b4c


Ein Gemeinschaftsprojekt
des Offenen Gemeindeteams Röhrenbach (ext.),
und Camera Botanica
im Rahmen einer Blühbotschafter-Initiative
der Bodensee Stiftung (ext.),

(ext.)


Klicken Sie unten auf einen Monat, wenn Sie erfahren möchten, wie der Stand der Entwicklung unserer Wiese in diesem war.
Wenn Sie die ganze Entwicklung lesen möchten, beginnen sie mit "Januar 2019".

2019
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September  -Oktober - November - Dezember

Januar 2019

Gedanken reifen zur Initiative:

... Lassen Sie doch Ihrer Fantasie einmal freien Lauf und freuen Sie sich an den inneren Bildern, wie im Vorfrühling die zarten Elfenkrokusse im „Rasen“ die ersten Bienen anlocken, gefolgt von Primeln und Schlüsselblumen und natürlich auch von Gänseblümchen und hier und da einer Gruppe Narzissen, die durch den verspäteten Schnee zu Ostern zu uns herüber lächeln, so dass wir die Hoffnung auf einen holden Mai nicht verlieren. Dann kommt die Zeit der Margerite, des Wiesenbocksbarts, des Wiesensalbeis, der Glockenblume… und mit ihr auch die vielen Schmetterlinge, Bienen und Hummeln. Wunderschöne Gräser wiegen sich im Wind, dazwischen purpurfarben die Nelken des Sommers, der Dost, die Schafgarbe… Eine Eidechse huscht in den aromatisch duftenden Thymian, das Johanniskraut kündet Johanni, die Sommersonnenwende an und eine Heuschrecke oder eine Grille zirpt ihr fröhliches Lied dazu: „es ist Sommer und es ist wunderschön hier in Röhrenbach“. –
Vorausgesetzt, das unsägliche Rasenmähen wird unterlassen, das alles, nicht nur diese Illusion wöchentlich zerhäckselt...

"... Die unterschiedlichen Geschöpfe spiegeln in ihrem gottgewollten Eigensein, jedes auf seine Art, einen Strahl der unendlichen Weisheit und Güte Gottes wider. Deswegen muss der Mensch die gute Natur eines jeden Geschöpfes achten und sich hüten, die Dinge gegen ihre Ordnung zu gebrauchen." 

Papst Franziskus
ENZYKLIKA LAUDATO SI‘ (ext.)


 

Klicken Sie auf einen Monat, wenn Sie erfahren möchten, wie der Stand der Entwicklung unserer Wiese in diesem war. Wenn Sie die ganze Entwicklung lesen möchten, beginnen sie mit "Januar".
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September  -Oktober - November - Dezember

Februar 2019

Die Initiative findet Gehör und Zustimmung:

Am 24.02.2019 reift der Beschluss die bestehenden Grünflächen um die Kirche in Röhrenbach neu zu gestalten. Zunächst soll auf einer Teilfläche (ca. 500 m²), probeweise die Rasenfläche in eine Blumenwiese umgewandelt werden.

Der Rasen im Februar

Ob Rasen oder Wiese, im Februar, nachdem die Schneedecke abgeschmolzen ist, sieht es für gewöhnlich trist aus und die Sehnsucht nach den ersten Frühlingsboten wächst. Aber die Suche bleibt hier erfolglos.
Das soll sich ändern.
Die Planung der Umsetzung beginnt.


Klicken Sie auf einen Monat, wenn Sie erfahren möchten, wie der Stand der Entwicklung unserer Wiese in diesem war. Wenn Sie die ganze Entwicklung lesen möchten, beginnen sie mit "Januar".
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September  -Oktober - November - Dezember

März 2019

Vom Rasen zur Blumenwiese, es gibt mehrere Optionen:

Wiesenblumen mögen keinen Stickstoffdünger. Die Rasenflächen um die Kirche wurden nun schon jahrelang regelmäßig gemäht, der Rasenschnitt wurde abtransportiert und es wurde nie gedüngt. Das kommt unserem Vorhaben nun zugute. Der Boden ist mit den Jahren  ausgezehrt, so dass er nicht künstlich abgemagert werden muss. Die Grasnarbe des vorhandenen Rasens ist inzwischen lückig und es haben sich verschiedene "Rasenunkräuter" angesiedelt.

Die lückenhafte Grasnarbe und eine durch den Rasenmäher stark  geschundene Baumwurzel (Bild oben).

Blattrosetten der Margeritten

Doch bei genauerer Betrachtung entpuppen sich die "Unkräuter" als Wiesenblumen. Die Blattrosetten der Margeriten (Bild oben) ducken sich unter den schnell rotierenden scharfen Messern des Rasenmähers weg. Schon seit Jahren fristen sie so ein blütenloses Dasein, ohne dass überhaupt jemand ihre Anwesenheit bemerkt hat.

Eine Königskerze im Rasen (Bild oben) ist chancenlos, will sie doch im 2. Jahr hoch hinaus um zu blühen und um Samen zu bilden bevor sie abstirbt.
Obwohl der Kriechende Günsel (unten links) und die Schlüsselblume (unten rechts) schon früh erblühen würden, kahm ihnen der Rasenmäher immer zuvor, so dass auch sie seit Jahren ein Blumenleben ohne Blüten fristen mussten.

Hätte man sie alle einfach mal wachsen lassen, wären sie Blumen geworden und die Blumenwiese wäre schon da. Somit wäre die 1. Option der Umsetzung auch schon beschrieben, nämlich nichts tun, Kostenfaktor: 0 €. Der zunächst sich selbst überlassene Rasen würde schon im ersten Jahr Blüten hervorbringen. Welche das neben den oben bereits entdeckten noch sein würden, bliebe jedoch spannend. Doch der ungemähte Rasen würde womöglich bei der Bevölkerung ohne entsprechende Aufklärung auf Ablehnung stoßen.

Die 2. Option - Artenanreicherung:
Wie 1. Option, aber Artenanreicherung durch Auflockerung der Grasnarbe und durch Einsaat und Pflanzung.

Die 3. Option - Neuanlage:
Durch das Entfernen des bestehenden Bewuchses und durch die Neueinsaat und Pflanzung käme es zu einer großen Artenanreicherung und bereits im ersten Jahr zu einer bescheidenen Blüte. Erst ab dem 2. Jahr entwickelt sich die Fläche zur schönen Blumenwiese. Über diese Tatsache sollten die Bürger adäquat informiert werden.

Die Entscheidung fiel auf die 3. Option.
Der Auftrag zur Vorbereitung der Fläche wird an einen ansässigen Landschaftsgärtner (Fa. Brunner in Heiligenberg) vergeben, der mit den Arbeiten Ende April starten soll. Die Aussaat und Pflanzung und auch die spätere Betreuung und Pflege der Blumenwiese wird von Michael Feiler ehrenamtlich übernommen.


Klicken Sie auf einen Monat, wenn Sie erfahren möchten, wie der Stand der Entwicklung unserer Wiese in diesem war. Wenn Sie die ganze Entwicklung lesen möchten, beginnen sie mit "Januar".
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September  -Oktober - November - Dezember

April 2019

Der Worte sind genug gewechselt, lasst nun Taten folgen:

Am 16.04.2019 kündigt sich der Gärtner an. Das Wetter ist inzwischen trocken und warm. Höchste Zeit, die im Rasen entdeckten Wiesenblumen vor der Fräse zu retten, sodass sie später auf der Blumenwiese wieder ausgepflanzt werden können.

(Bild oben) Was ist das, eine Glockenblume? Man wird sehen, spätestens wenn sie blüht. Ich grab sie einfach mal aus und bring sie vor dem Umbruch in Sicherheit.

Auch die Margeriten (Bild unten) recken sich zaghaft in die Höhe, bisher wurden sie spätestens in diesem Zustand vom Rasenmäher geköpft.

Auch die zahlreichen Blattrosetten der Witwenblumen (Bild oben), ebenfalls beliebte Wiesenblumen, sind inzwischen gut zu erkennen und werden ausgegraben.

23.04.2019
Mit dem Rasenumbruch wird begonnen:
Die Rasenfläche wird umgegraben und gefräst, danach muss der alte Bewuchs ausgerecht und die Fläche eingeebnet werden, bis ein feinkrümeliges Saatbeet vorbereitet ist.

Die Aussaat, 2 g/m².
Das Saatgut der Gärtnerei Syringa (ext.):
Mischung 04: Trockener Saum (ext.) am Straßenrand,
Sonniger Saum Nr. 2 (ext.) für die mittlere Fläche,
Mischung 08: Halbschattenmischung (ext.) für die Fläche hinter der Kirche.
Danach werden die "geretteten" Pflanzen wieder eingepflanzt.
Am 27.04.2019 ist alles geschafft, bevor eine längere Regenperiode einsetzt. Besser hätte der Start der Blumenwiese kaum sein können.


Klicken Sie auf einen Monat, wenn Sie erfahren möchten, wie der Stand der Entwicklung unserer Wiese in diesem war. Wenn Sie die ganze Entwicklung lesen möchten, beginnen sie mit "Januar".
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September  -Oktober - November - Dezember

Mai 2019


Der Regen hat die feinkrümelige Erde in den Boden rieseln lassen, Steine und Schutt kommen dadurch an die Oberfläche, was aber für die Blumenwiese überhaupt kein Problem ist. Wiesenblumen mögen mageren, durchlässigen Boden, auch wenn das hier eher karg aussieht.

Mindestens 3 Wochen vergehen bis zur Keimung der Wiesenblumensaatmischung, daher sind auch noch keine Keimlinge zu sehen. Nur die gepflanzten Pflanzen zeigen die ersten zaghaften Blüten, wie hier das Frühlings-Fingerkraut (Bild oben).


Klicken Sie auf einen Monat, wenn Sie erfahren möchten, wie der Stand der Entwicklung unserer Wiese in diesem war. Wenn Sie die ganze Entwicklung lesen möchten, beginnen sie mit "Januar".
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September  -Oktober - November - Dezember

Juni 2019


Noch sieht die Fläche aus wie ein steiniger Unkrautacker. Nur die im April gepflanzten Margeriten blühen spärlich. Viele Passanten wundern sich bestimmt kopfschüttelnd. Wer aber genau hinschaut und sich auskennt, der ahnt, dass hier etwas entsteht, was heutzutage selten geworden ist - eine Blumenwiese.

04.06.2019 

Viele unterschiedliche Blattrosetten sind nun auf dem steinigen Boden zu erkennen. Die Bestimmung fällt schwer. Auch einige Ackerunkräuter kommen, wie z.B. die Ackermelde und leider auch die Quecke.



Oben links, die Blattrosette des Salvia pratensis L. Die typische  kreuzgegenständige Anordnung der Blätter ist deutlich zu sehen.

Die gepflanzten Margeriten (unten) aus dem ehemaligen Rasen, dürfen nach vielen Jahren zum ersten mal blühen.

09.06.2019 Der Bericht im Kirchenblatt erscheint
10.06.2019 Ausgiebiger Regen begünstigt das Wachstum.

14.06.2019

Dianthus carthusianorum L. - Die Kartäuser-Nelke (Bild oben links) bekennt Farbe. Auf sonnigen, mageren und eher trockenen Wiesen ist sie zu Hause und langrüsselige Insekten vor allem aber Schmetterlinge lieben diese intensiv pinkfarbenen Blüten genauso wie ich.

Hypericum21.06.2019 - Johanni

Pünktlich zu Johanni erstrahlen die ersten sonnengelben Blüten am Johanniskraut auf unserer Wiese.

Kennen Sie die Legende dieser weitverbreiteten und faszinierenden Heilpflanze?
Zum Jahanniskraut

26.06.2019
Die Pfingst-Nelke
(Dianthus gratianopolitanus Vill.)
ist eine Pflanze, die in unseren Mittelgebirgen heimisch ist. Sie wächst auf Magerrasen und Magerwiesen und auch auf felsigen Standorten. Leider ist sie inzwischen so selten geworden, dass sie zu den sog. "Arten nationaler Verantwortlichkeit Deutschlands" (ext.) zählt. Das bedeutet, dass die natürlichen Vorkommen der Pfingst-Nelke global gesehen nur in Deutschland relevant sind und Deutschland daher eine besondere Verantwortung für ihr weltweites Überleben trägt...

... und sie blüht auf unserer Wiese in Röhrenbach!


Klicken Sie auf einen Monat, wenn Sie erfahren möchten, wie der Stand der Entwicklung unserer Wiese in diesem war. Wenn Sie die ganze Entwicklung lesen möchten, beginnen sie mit "Januar".
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September  -Oktober - November - Dezember

Juli 2019

04.07.2019:
Die Glockenblumen, aus dem ehemaligen Rasen blühen.


Bild unten:
Im vorderen Bereich entlang er Straße, ist die Pflanzendecke noch lückenhaft. Doch die sehr gut ausgebildeten kleinen Blattrosetten und Polster der speziellen Saatmischung für trockene Säume, werden die Lücken füllen und im nächsten Jahr eine typische Flora entwickeln.

Hinter der Kirche blühen nun vor allem einjährige Blumen, die im kommenden Jahr von den typischen mehrjährigen Wiesenstauden verdrängt und nach und nach aus der Wiese verschwinden werden.

06.07.2019: Der Braunkolbige Braun-Dickkopffalter

Wo Nelken blühen, sind auch Schmetterlinge.
Ein Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter (Thymelicus sylvestris) (ext.) an den Kartäuser-Nelken.
Betrachtet man den Entwicklungszyklus (ext.) genauer, dann werden die Probleme der Falter deutlich, die sie in unserer Kulturlandschaft und in unseren Siedlungsräumen haben.

Die Weibchen legen im Spätsommer ihre Eier an den Blattscheiden trockener Grasstängel ab. Nach etwa 20 Tagen schlüpfen die Raupen aus und fressen die Eihülle. Danach spinnen sie sich in einen Eikokon ein, um in diesem zu überwintern. Erst im nächsten Frühjahr beginnen sie an den Gräsern zu fressen. Sie spinnen die Blätter der Gräser zu einer Röhre zusammen und leben und fressen zunächst in ihr geschützt vor Feinden. Die Verpuppung findet in einem lockeren Gespinst zwischen Grashalmen statt. Nach ca.15 Tagen schlüpfen die Falter.

Doch leider kommt es nur sehr selten dazu, denn auf den Wiesen der Landwirtschaft kommt mindestens 4 x das Mähwerk, der Häcksler und die Gülleflut und in unseren Siedlungen wöchentlich der Rasenmäher. Eier, Raupen, Kokon, Puppen und vieles andere werden dabei zerstört. Es ist also nicht nur die Landwirtschaft für den Insektenrückgang verantwortlich.
Vor diesem Hintergrund wird verständlich, weshalb unsere Wiese nur ca. 2 x im Jahr und nur per Sense oder Balkenmäher gemäht werden soll und weshalb Feld- und Wegränder in der Agrarlandschaft wertvolle Rückzugsflächen und Korridore sein könnten. Ein Beispiel (ext.) dazu und noch ein Beispiel (ext.)

08.07.2019:
Vom Kirchengemeinderat bekommt unsere kleine Blumenwiese ein Infoschild, das u. A. auf diese Internetseite hinweist.

14.07.2019:

die Kornrade

Die Kornrade und die Kornblume sind Blumen des Feldes und des Feldrandes und auf unserer Wiese nur vorübergehende Gäste.

26.07.2019:

Unerwarteter Besuch vom SWR Baden Württemberg für einen Kurzbericht in der Landesschau am 06.08.2019:
https://swrmediathek.de/player.htm?show=967f16b0-b870-11e9-8251-005056a12b4c

Unsere Großeltern würden sich totlachen, kriegten sie den Wirbel mit, der hier um eine hundsgewöhnliche Blumenwiese gemacht wird. Doch ohne den Wirbel werden unsere Enkelkinder nicht mehr wissen, wie es sich anfühlt in einer Blumenwiese zu liegen, weil die wenigen verbliebenen dann unter Naturschutz stünden „Betreten verboten“.
Deshalb holen wir die Wiesenblumen in unsere unmittelbare Umgebung. In unseren Ortschaften, wo wir leben, können auch sie waschen und blühen und dann kommen auch die Schmetterlinge, die Hummeln und Bienen wieder zu uns zurück und mit all diesem bunten Leben auch die Lebensfreude.

 

Auch der Klatschmohn ist keine Wiesenblume, sondern wächst an Feldrändern und auf Brachland. Er wird schon im nächsten Sommer auf unserer Wiese kaum noch blühen. Aber jetzt ist er hübsch und im blumenarmen Juli eine willkommene Pollenquelle für Insekten.

Der Distel-Falter

Im Mai, nach einer langen Flugreise von Nord-Afrika bis zu uns, waren schon die Eltern dieses Distel-Falters (ext.) hier in Röhrenbach zu beobachten. Die Nachkommen fühlen sich nun auf unserer Wiese wohl, bis sie sich im Spätsommer wieder auf die Rückreise nach Afrika machen. Obwohl es sich bei diesen Wanderungen vom Süden in den Norden und wieder zurück um "Mehrgenerationen-Flugreisen" handelt, ist nachgewiesen, dass ein Schmetterlingsindividuum durchaus 4000 km Flugstrecke zurücklegt. Kein Wunder, dass die im Frühling bei uns eintreffenden Distelfalter meist sehr zerzaust und abgewetzt aussehen.



Bild unten: Der Schornsteinfeger (ext.) ist im Juli und August ein häufiger Besucher auf dem Dost (Wilder Majoran).

Bild li:
Der Hauhechel-Bläuling  Polyommatus icarus, männlich

Die Raupen vieler Bläulinge sind einerseits auf spezielle Futterpflanzen, wie z.B. den Horn-Klee angewiesen, andererseits aber auch auf Ameisen. Die erwachsenen Raupen werden von den Arbeiterinnen in die Ameisennester gebracht, wo sie sich im Schutz der Wirte verpuppen.

Bild unten:
Der Hauhechel-Bläuling  Polyommatus icarus, weiblich

Übrigens:
Alle Fotos, die Sie hier sehen sind tatsächlich hier auf diesen wenigen Quadratmetern Blumenwiese um die Kirche in Röhrenbach entstanden. Wer da verweilt und in Ruhe beobachtet, kann das alles mit eigenen Augen sehen.


Klicken Sie auf einen Monat, wenn Sie erfahren möchten, wie der Stand der Entwicklung unserer Wiese in diesem war. Wenn Sie die ganze Entwicklung lesen möchten, beginnen sie mit "Januar".
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September  -Oktober - November - Dezember

August 2019

05.08.2019
Eigentlich fast noch zu schade um zu mähen. Da unsere Wiese bis zum 25.08. wieder schön grün sein soll, muss jetzt der Klatschmohn, dessen Mohnkapseln nun reifen und braun werden, abgemäht werden. Auch die mehrjährigen Wiesenblumen dazwischen sollen dadurch mehr Licht und Luft bekommen, so dass sie sich den restlichen Sommer über gut entwickeln können.

Einige mehrjährige Wiesenstauden lass ich bewusst stehen, sie sollen blühen und Samen bilden. Beim Mähen mit der Sense ist das kein Problem um einzelne Pflanzen herum zu mähen.

Ein schmaler Streifen entlang der Mauer bleibt stehen, damit Klatschmohn, Kornblume und Kornrade ihre Samenreife noch abschließen können. Nach 2 bis 3 Tagen wird das getrocknete Mähgut zusammengerecht und abtransportiert. Bis dahin können einige Samen noch aus den Kapseln herausfallen.

Viele Grashüpfer sind zwar etwas irritiert angesichts des Infernos in ihrer Wiese, doch ein Mulchgerät oder einen Rasenmäher hätten sie nicht überlebt.

06.08.2019

Unsere Wiese in der Landesschau:
https://swrmediathek.de/player.htm?show=967f16b0-b870-11e9-8251-005056a12b4c

17.08.2019

Die Farbenpracht schwindet und weicht einem Gold-Braun, denn die Zeit der Samenreife ist gekommen. Die Mohnkapseln öffnen nun nach und nach ihre "Oberlichter", aus denen bei jeder Erschütterung die winzigen Samenkörnchen herausgestreut werden.

Eine Wanze klettert auf den absterbenden Kelchblättern umher, als warte sie darauf, bis die kunstvoll gestaltete Samenkapsel der Kornrade aufspringt und auch ihre Samen in die Umgebung ausgestreut werden.



Eine kleine Wild-Biene stärkt sich noch an den Blütenständen der Schafgarbe und auch die Grashüpfer haben sich vom Schock des Mähens schon längst wieder erholt.

Die vielen Diestel-Falter sind seit Anfang dieser Woche von einem Tag auf den anderen verschwunden. Sie haben sich aufgemacht, auf die lange Flugreise in den Süden. Wer wohl das Signal zum gemeinsamen Abflug gegeben hat? Mögen ihre Kindes-Kinder im nächsten Frühjahr wieder so zahlreich auf unserer kleinen Wiese eintreffen, die sie mit vielen Blumen willkommen heißen wird.


Klicken Sie auf einen Monat, wenn Sie erfahren möchten, wie der Stand der Entwicklung unserer Wiese in diesem war. Wenn Sie die ganze Entwicklung lesen möchten, beginnen sie mit "Januar".
Januar - Februar - März - April - Mai - Juni - Juli - August - September  -Oktober - November - Dezember

www.camerabotanica.de