Die Gewöhnliche Schafgarbe

Achillea millefoliumL.

Achillea millefolium

Die Gewöhnliche Schafgarbe wird auch Wiesen-Schafgarbe genannt. Man trifft sie auf Wiesen und Halbtrockenrasen und an Feld - und Wegrändern noch häufig an, wenn dort der Boden nicht zu nass ist. Denn sie ist eine anspruchslose Staude aus der großen Familie der Compositae.
Oberflächlich betrachtet könnte der Eindruck entstehen, es handele sich um ein Doldengewächs. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man aber sogleich die kleinen Einzelblüten, die als zwittrige Röhrenblüten umgeben von weibliche Zungenblüten in einem kleinen Körbchen zusammengefasst sind. Diese Körbchen vereinen sich wiederum in einem doldenartigen, rispigen Gesamtblütenstand, als wollte die Schafgarbe uns Menschen demonstrieren, wie einzelne Individuen gemeinsam in Gruppen, Gemeinden und Staaten zusammen leben müssen um erfolgreich zu sein.

Einzelblüten der Schafgarbe
5-zipflige Röhrenblüten, umgeben von Zungenblüten bilden ein Körbchen...
Achillea millefolium
... die Körbchen werden in einem doldenartigen, rispigen Gesamtblütenstand zusammengefasst.
Blütenstand der Schafgarbe

Die Achäne (die Samen) besitzen keinen Haarkranz, wie das bei vielen Korbblütengewächsen der Fall ist, sie werden einfach ausgestreut.
Viel effektiver verbreitet sich die Schafgarbe vegetativ über die ober- und unterirdisch kriechenden Sprosse, die mühelos 50 cm lang werden können. Aus ihnen treiben zunächst lockere Blattrosetten, bestehend aus den typischen, mehrfach fiederteiligen Laubblättern, deren Gestalt zum Namen "millefolium" (die tausendblättrige) geführt haben mag. Der bis zu 60 cm in die Höhe ragende blütentragende Trieb ist leicht behaart und nur im oberen Bereich rispig verzweigt.

Dass die Schafgarbe eine weitverbreitete alte Heilpflanze ist, scheint allgemein bekannt und man verwendet sie in Heil-Tees auch heute noch bei Magen- und Darm- und Gallebeschwerden. Auch bei Beschwerden im kleinen Becken und bei Menstruationsbeschwerden wird sie wegen der krampflösenden und tonisierenden Wirkung gelegentlich noch angewendet.
Der hohe Gehalt an Kalium sei hier noch erwähnt.

Weniger bekannt ist die Eignung der jungen Schafgarbenblätter als Gewürz in der Küche, z.B. zu Salaten, Suppen, Eintöpfen, fetten Speisen oder in Quark- oder Frischkäsezubereitungen.
Angeblich wurde früher auch Schafgarbe anstelle von Hopfen zum Bierbrauen verwendet. Der hohe Gehalt an Bitter- und Gerbstoffen und ätherischem Öl macht das plausiebel.

Michael Feiler, 10.02.2019

www.camerabotanica.de