Das Schöllkraut

Chelidonium majusL.

Chelidonium majus

In der Nähe von Siedlungen, an Mauern, Zäunen oder Hecken, auf stickstoffhaltigen, eher feuchten Böden und eher im Schatten oder Halbschatten, begleitet diese mehrjährige krautige Staude die Menschen seit eh und je. Warum sie das tut, wissen wir nicht so genau, vielleicht weil wir sie brauchen.

Aus einer kräftigen Wurzel treibt die Pflanze leicht behaarte und verzweigte Stängel. Die Blätter erscheinen unregelmäßig fiederteilig und sind wechselständig am Spross angeordnet. Die gold-gelben Blüten mit ihren 4 Kronblättern stehen in lockeren Blütenständen und bilden bald je eine längliche Frucht, die viele Samenkörnchen enthält. Die Blüten sind kurzlebig und lassen schnell ihre Blütenblätter wieder fallen, dennoch erstreckt sich die Blütezeit der Pflanze praktisch über den ganzen Sommer hinweg von Mai bis September-Oktober.
Die ganze Pflanze ist durchzogen von einem gelben bis orangefarbenen Milchsaft. Dieser hat die Aufmerksamkeit der Menschen schon immer auf sich gezogen und wurde schon bald gemäß der Signaturenlehre des Altertums zur Behandlung von Leber- und Gallenleiden eingesetzt. Obwohl die Signaturenlehre vor allem im Mittelalter durch falsche und oberflächliche Anwendung die absonderlichsten Aberglauben hervorbrachte, bestätigte sich die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe des Schöllkrautes. Eine schwach beruhigende, krampflösende und galletreibende Wirkung bescheinigt auch die moderne Wissenschaft. Eines der Alkaloide zeigte eine cytotoxische Wirkung, was erklärt, weshalb der frische gelbe Milchsaft mehrmals täglich über längere Zeit auf Warzen aufgetragen, diese zum Verschwinden bringen kann. Das brachte dem Kraut auch den Namen Warzenkraut ein.

Chelidonium majus Milchsaft

Michael Feiler, 15.12.2018

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