Die Zitronen-Melisse

Melissa officinalisL.

Melissa officinalis

Früher fehlte die Zitronen-Melisse in keinem Klostergarten, heute in keinem Bauern- oder Kräutergarten, so überaus beliebt ist diese Tee-, Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Lippenblütengewächse und das nicht nur bei den Menschen, sondern zu Blütezeit auch bei Bienen und Hummeln. Das schlägt sich auch im botanischen Gattungsnamen Melissa nieder - Apis mellifera = Honig-Biene / meli = Honig - was natürlich ein Hinweis darauf ist, dass in den weißen Lippenblüten reichlich Nektar vorhanden ist, der von Bienen gerne geholt wird.

Ihre ursprüngliche Heimat sei der östliche Mittelmeerraum und der Westen Asiens, in trockenen lichten Laubmischwäldern oder Eichen-Trockenwäldern. Sie wird aber inzwischen in den wärmeren Regionen weltweit kultiviert.
Während die anderen Gewürzpflanzen aus der Familie (Thymian, Lavendel, Salbeialle...) alle trockenen und mageren Boden bevorzugen, liebt die Zitronen-Melisse eher guten Gartenboden an einem geschützten und sonnigen Platz.

Die Zitronen-Melisse ist ein typisches Staugengewächs, das im Winter oberirdisch komplett abstirbt und im Frühjahr aus dem Wurzelstock neu austreibt. Durch unterirdisch kriechende Sprosse vermehrt sie sich vegetativ, allerdings nicht so heftig wie die Pfefferminze und die Wurzelballen sollten vom Gärtner nach ca. 2 Jahren geteilt werden.

Die Blätter (Melissae folium) werden vor der Blütezeit der Pflanze geerntet, da zu dieser Zeit der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist.
Nicht nur im Klosterfrau Melissengeist wirken die Inhaltsstoffe beruhigend, krampflösend und verdauungsfördernd. In Salaten, auch in Obstsalaten und Desserts, oder in Erfrischungsgetränken wird das zitronige Aroma geschätzt.

Michael Feiler, 29.12.2018

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